SEO oder was hat es eigentlich mit den Google-Guidelines auf sich?

Die neue Website soll nicht nur gut aussehen und eine optimale Performance bieten – sie soll auch im Netz möglichst weit oben in den Suchmaschinen gefunden werden. Suchmaschinenoptimierung ist eine Wissenschaft für sich. Nicht umsonst gibt es dafür längst einen eigenen Berufszweig, der sich hauptsächlich mit SEO, also Search Engine Optimization, beschäftigt. Und nicht zuletzt ändern Suchmaschinen wie Google immer wieder die Regeln. Die momentan wichtigsten Tipps und Tricks stellen wir Ihnen hier vor.

Die Indexierung
Damit eine neue Website in einer Suchmaschine wie Google gefunden werden kann, muss diese zunächst erst einmal wissen, dass es die Seite überhaupt gibt. Dafür gibt es den Google-Index, ein Verzeichnis, in dem alle Websites mit ihren Unterseiten gelistet sind. Neue Seiten werden automatisch hinzugefügt, sobald Google sie gefunden hat. Den Vorgang kann man beschleunigen, indem die neue Website angemeldet wird. Dafür legt man sich ein Konto bei den Google-Webmaster-Tools an und trägt die Seite dort einfach ein. Ist die Seite nun „indiziert“, bzw. „indexiert“, kann Google sie ab sofort crawlen. Das bedeutet, die Suchmaschine schaut nun in regelmässigen Abständen vorbei, um die Inhalte zu überprüfen. Je besser das Ergebnis ausfällt, umso höher wird die Seite bei den Suchtreffern gerankt. Wer einige Dinge beachtet, kann das Ergebnis allerdings entscheidend beeinflussen.

Die Google Guidelines
Welche Tipps und Tricks man beachten sollte, ist nämlich kein Geheimwissen: Google gibt die Regeln für jeden öffentlich einsehbar in den Google Richtlinien bekannt. Rund 200 Parameter sind es, die entscheiden, wie Google eine Seite bewertet. Die Richtlinien unterscheiden dabei zwischen drei Bereichen: Design/Inhalt, Technik und Qualität. Wissen muss man vor allem, dass die Richtlinien immer mal wieder geändert werden, um eine gleichbleibend hohe Qualität der Suchergebnisse zu gewährleisten – das letzte Update fand zum Beispiel erst Ende Oktober im technischen Bereich statt. Ausserdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Google bestimmte Massnahmen als Verstoss wertet und mit Abwertung oder sogar Ausschluss der Seite aus dem Index abstraft.

On-Page-Massnahmen
Mit den letzten Änderungen der Richtlinien zeichneten sich einige Trends ab, auf die sich Betreiber von Websites prinzipiell einstellen sollten. Einer der wichtigsten: Seiten werden von Google mittlerweile so bewertet, als wäre die Suchmaschine ein normaler Nutzer, indem moderne Browser und nicht mehr, wie noch bis Mai letzten Jahres, textbasierte Browser beim Crawlen imitiert werden. Das bedeutet, dass nun auch JavaScript und CSS-Dateien in der robots.txt-Datei crawlbar sein müssen. Um das zu überprüfen, bietet Google das Diagnose-Tool „Abruf wie durch Google“ in den Webmaster-Tools an.

Dieser Trend bringt verschiedene Vorteile: Um die Vorgaben von Google einzuhalten, müssen SEO und User-Performance nun nicht mehr getrennt bearbeitet werden. Weitere Massnahmen, die hier dazugerechnet werden, sind eine durchdachte Seitenarchitektur und ein übersichtlicher Aufbau. Je besser sich ein User auf der Seite also zurechtfindet, umso besser wird das auch von Google bewertet. Auch schnelle Ladezeiten sind wichtig – diese kann man mit dem von Google bereitgestelltem Page-Speed-Tool einfach mal testen. Viel Wert wird ausserdem auf gute Texte, Fotos, Schlagworte und eine interne Verlinkung gelegt, während Keywords sparsam eingesetzt werden sollten.
Ein weiterer Faktor, der von Google mittlerweile mit einem Pluspunkt bewertet wird, ist Responsive Webdesign, also ob eine Seite auch beim mobilen funktioniert. Google führte dazu auch das neue Label „mobile friendly“ in den Suchergebnissen ein. Das Surfverhalten hat sich in den letzten Jahren schliesslich entscheidend geändert – längst wird nicht mehr nur mit dem Desktoprechner im Netz gesurft, sondern eben auch mobil mit Tablet oder Smartphone.

Off-Page: Social Media und Diversität
Neben verschiedenen On-Page-Massnahmen sind aber auch Off-Page-Massnahmen wichtig. Sie helfen nämlich dabei, Aufmerksamkeit zu schaffen und wichtige Backlinks zu generieren. Corporate Publishing heisst das Stichwort. Dazu gehört ein eigenes Blog genauso wie angebundene Social Media Kanäle. Wichtig ist dabei eine gegenseitige Wechselbeziehung, die Social Media-Massnahmen sollten also kein Eigenleben führen, sondern auf der Website integriert sein. Entscheidend ist ausserdem hochwertiger Content in Form gut geschriebener Texte oder audiovisueller Inhalte wie Videos oder Fotos, denn diese werden gerne gelikt und geteilt und führen somit zu mehr Interaktion. Die Inhalte sollten dabei weniger auf Eigenwerbung zielen, sondern informativ, interessant und unterhaltsam in Bezug auf die vertretene Themenwelt sein. Je besser das Zusammenspiel gelingt, umso mehr Social Signals gibt es und genau das wiederum wird von Google positiv bewertet.
Ein wichtiger Trend in diesem Zusammenhang: Unternehmen sollten auf Diversität in Sachen Social Media setzen und ihre Content-Strategie möglichst breit aufstellen, anstatt sich nur von ein oder zwei Plattformen abhängig zu machen. Denn nicht nur Google ändert immer wieder seine Algorithmen, auch die Plattformen tun das. Beiträge auf Facebook-Seiten erreichen derzeit zum Beispiel nur noch zwei bis drei Prozent der Fans, wenn keine Werbung gebucht wird. Daneben filtert Facebook als unrelevant bewertete Inhalte aus dem Stream einfach aus. Es ist also nicht ganz einfach, Aufmerksamkeit zu generieren. Wer seine Social-Media-Aktivitäten breiter streut und es schafft, seine Inhalte entsprechend passend für die Plattformen aufzubereiten, ist im Vorteil.

Es ist also einiges zu beachten, wenn man seine Seite gut vermarkten möchte. Google selbst fasst seine Richtlinien treffend im Bereich Qualität in einem Satz zusammen und sagt: „Erstellen Sie Seiten in erster Linie für Nutzer, nicht für Suchmaschinen“. Wer sich das verinnerlicht, hat damit den wichtigsten Punkt der Google Richtlinien verstanden.

Der Artikel erschien im Magazin „Am Start“.

Kategorie Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.